Women players in ancient Greece: the contex of symposia and the socio-cultural position of psaltriai and aulētrides in the classical world

TitleWomen players in ancient Greece: the contex of symposia and the socio-cultural position of psaltriai and aulētrides in the classical world
Publication TypeBook Chapter
Year of Publication2006
AuthorsRocconi, E
EditorHickmann, E, Both, AA, Eichmann, R
Book TitleMusikarchäologie im Kontext = Music Archaeology in Contexts: archaeological semantics, historical implications, socio-cultural connotations
Series TitleStudien zur Musikarchäologie 5; Orient-Archäologie 20
Pagination335-344
PublisherLeidorf
CityRahden
ISBN9783896466501
Abstract

Einer der wichtigsten Zusammenhänge altgriechischen Musizierens war das Symposium [wörtlich „zusammen trinken“], ein staatsbürgerliches Ritual, das seit dem archaischen Zeitalter als Privileg der männlichen Aristokratie bezeugt ist. Die Veranstaltungsform, über die wir am besten informiert sind, ist das Athener Symposium, das nach dem Abendessen stattfand. Die Ehefrauen zogen sich zurück, und die männlichen Bürger verblieben gemeinsam und „privat“ im Männerbereich des Hauses unter Leitung eines symposiarchos [wörtlich „Vorsteher eines Trinkgelages“], der die Trinkregeln und das Unterhaltungsprogramm für den jeweiligen Anlass festlegte. Das Symposium war nicht nur ein kollektives Ritual mit Dionysos, dem griechischen Gott des Weines, sondern auch der institutionelle Kontext für den Genuss und die Bewahrung fast der gesamten archaischen und frühklassischen Dichtung, die eigens zum Singen bei den Symposien verfasst wurden. Wegen der engen Verknüpfung von Lyrik und Melodie spielte bei diesen Anlässen die Musik eine mit dem Wein vergleichbar wichtige Rolle. Seit der Mitte des 6. Jhs. v.Chr. zeigen ikonographische Quellen, dass ein wichtiger Teil der Unterhaltung bei diesen Feiern aus musikalischen Vorführungen von aulÿtrides [wörtlich „weibliche Aulos-Spieler“], psaltriai [wörtlich „Harfen-Mädchen“] und orchÿstrides [wörtlich „weibliche Tänzer“] bestanden. Dies waren Frauen von niederer sozialer Stellung, im Grunde genommen kultivierte Kurtisanen, genannt hetairai [wörtlich „weibliche Begleiter“], die vom Gastgeber des Symposiums sowohl für die künstlerische Darbietung als auch zur erotischen Unterhaltung eingeladen wurden. Die Gleichsetzung von aulÿtrides und Prostituierten wurde zum literarischen Stereotyp besonders in der Komödie und im anekdotischen Schrifttum. [http://www.vml.de/e/inhalt.php?ISBN=978-3-89646-650-1]

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